Hinter einer unauffälligen Tür an der Villegaignon Street liegt St Peter’s Monastery, eine der historischen Klosteranlagen von Mdina. Jahrhundertelang lebte hier eine Gemeinschaft klausurierter Benediktinerinnen – in einer selbst gewählten Lebensform aus Gebet, Arbeit und Gemeinschaft.
Mittelalterliche Ursprünge
Das genaue Gründungsdatum ist nicht abschließend geklärt. Die Archdiocese of Malta setzt die Anfänge ungefähr zwischen 1418 und 1430 an; andere Quellen verbinden die formelle Gründung mit 1455. Das Kloster entstand am Ort eines früheren Frauenhospitals und wurde im 17. Jahrhundert umgebaut und erweitert.
Kirche und Kulturerbe
Die heutige Kirche wurde 1625 neu errichtet. An der Fassade stehen Darstellungen von St Peter und St Benedict; der Innenraum bewahrt ein bedeutendes künstlerisches und religiöses Erbe. Mit dem Kloster verbunden ist auch die selige Maria Adeodata Pisani, die 1828 in die Gemeinschaft eintrat und hier bis zu ihrem Tod 1855 lebte.
Was Klausur bedeutet
Klausur sollte weder als geheimnisvolle Gefangenschaft noch als zwangsläufig einsames Leben dargestellt werden. In der benediktinischen Tradition schafft sie Raum für Kontemplation, Liturgie, Arbeit und gegenseitige Unterstützung. Die Regeln änderten sich im Lauf der Zeit; Aussagen, keine Schwester habe das Haus jemals verlassen dürfen oder nur ein Arzt habe eintreten können, verkürzen eine komplexe Geschichte zum Klischee.
Heutiger Stand
Im Februar 2026 hob der Heilige Stuhl St Peter’s Monastery kirchenrechtlich auf und übertrug die Verwaltung der Liegenschaft dem Abtprimas des Benediktinerordens. Es ist deshalb nicht mehr richtig, von einer aktiven Benediktinerinnengemeinschaft zu sprechen oder eine aktuelle Zahl von Schwestern zu nennen. Die Archdiocese of Malta bietet die jüngste institutionelle Mitteilung.
Respektvoll besichtigen
Die Anlage ist keine frei zugängliche Sehenswürdigkeit. Von der Straße lässt sie sich auf einem Rundgang durch Mdina betrachten; Öffnungen der Kirche, Gottesdienste oder Sonderführungen sollten jedoch vorher geprüft werden. Betreten Sie keine privaten Räume und fotografieren Sie Bewohner oder Personal nicht ohne Erlaubnis.
Eine geführte Tour durch Mdina ordnet den Ort in die Geschichte der mittelalterlichen Stadt ein.
