Malta entstand weder aus einem mittelozeanischen Rücken noch durch einen Vulkanausbruch. Das sichtbare Gestein des Archipels besteht überwiegend aus Sedimentschichten, die sich in früheren Meeresräumen bildeten und später durch Tektonik, Hebung und Erosion verändert wurden.
Vom Meeresboden zum Gestein
Der größte Teil des Untergrunds lagerte sich ungefähr vor 30 bis 5 Millionen Jahren im Oligozän und Miozän ab. Kalkhaltige Reste und Partikel sammelten sich im Meer, wurden verdichtet und bildeten eine Folge aus Kalkstein, Ton und Sand.
Die wichtigsten Schichten
Zur klassischen Abfolge gehören Lower Coralline Limestone, Globigerina Limestone, Blue Clay, Greensand und Upper Coralline Limestone. Sie treten nicht überall gleich hervor: Globigerina Limestone prägt große Teile der Mitte und des Südostens von Malta, Blue Clay und Upper Coralline Limestone eher den Norden, Nordwesten und Gozo.
Tektonik statt „Riesenwellen“
Bewegungen am Riftsystem Pantelleria–Linosa–Malta hoben, kippten und zerbrachen die Schichten. Verwerfungen wie Victoria Lines Fault gliederten das Relief in Blöcke. Tektonik wirkte über ungeheure Zeiträume; weder verschoben Gezeiten die Kontinente noch hob unterirdischer Dampf Malta plötzlich empor.
Die heutige Landschaft
Regen, Wellen, Wind, Schwerkraft und Meeresspiegelschwankungen formen weiterhin Klippen, Buchten, Höhlen, Felsbögen und Täler. Der weichere Blue Clay begünstigt Hänge und Rutschungen unter härteren Kalksteinschichten. Keine dauerhaften Flüsse zu haben bedeutet nicht, dass Wasser fehlt: Nach Starkregen führen Täler Oberflächenwasser zum Meer.
Geologie und Menschheitsgeschichte
Die geologische Entwicklung liegt Millionen Jahre vor der Besiedlung. Lokales Gestein prägte Tempel, Festungen, Häuser, Steinbrüche und Häfen, doch beide Geschichten sind zu trennen: Das Alter der Felsen ist nicht das Alter der Inselgesellschaft.
Nutzen Sie die amtliche geologische Karte von Malta und betrachten Sie die Schichten sicher bei einer geführten Tour durch den Archipel.
